Wozu darf ich ein altes 25-kHz Funkgerät noch nutzen?

Häufig verbleiben nach der Umrüstung auf 8,33 kHz-Funk noch 25kHz-Altgeräte im Flieger – aber darf man diese denn überhaupt noch einsetzen?
Die meisten neuen Funkgeräte haben keine NAV-Funktion mehr, schon deswegen werden KX-155 und Co. oft nicht ausgebaut – sofern das Panel genügend Platz hat. Ein zusätzliches Funkkgerät zu haben ist recht komfortabel, daher stellt sich die Frage, ob man das gewohnte Gerät nicht einfach parallel weiternutzen kann. Die Antwort heißt: nein! Das LBA schreibt: „Sie [die Altgeräte] dürfen dann nur noch für Frequenzen verwendet werden, die ausdrücklich im 25 kHz Frequenzraster zugeteilt worden sind (z. B. die internationale Notfrequenz).“ Das darf man wohl wie folgt interpretieren: sobald für eine Funkstelle eine 8,33-kHz Kanal veröffentlicht wurde, darf diese nicht mehr über die korrespondierende alte Frequenz angefunkt werden. Die Liste der Info-Plätze für die ein 8,33-Kanal zugewiesen wurde, ist bereits ziemlich lang (vgl. AIP AIC VFR) und wird stetig umfangreicher (vgl. Ergänzungsliste der DFS).
Noch hat EDNX offiziell die bisherige 25kHz Frequenz: 129,40. Schleißheim Info darf man lt. LBA also noch (Stand 16.5.2018) mit dem 25kHz-Altgerät rufen. Bis Ende des Jahres soll die Zuteilung der neuen 8,33-Frequenzen für alle Flugfunk-Stationen abgeschlossen sein. Danach bleibt in der Praxis nur noch die Notfrequenz 121,5 (und da hoffen wir wohl alle, dass wir diese nie einsetzen müssen).
Gegen eine friedliche Koexistenz der beiden Systeme spricht folgendes: Im 8,33kHz-Raster tummeln sich auf der Bandbreite, die bisher von einer Flugfunkstelle genutzt werden konnte, unter Umständen nun derer drei. Aussendungen von einem 25kHz-Gerät können den Funkverkehr daher empfindlich stören. Außerdem können die 8,33-Kanäle auf den alten Geräten nicht gerastet werden, auch wenn sie theoretisch der bisherigen Frequenz entsprechen.

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